2 Dächer in gut 20 Stunden
16.02.2011 | Medienmitteilung | Beruf, Berufsbildung, Berufsmeisterschaft, Bulle, Freiburg, Holz, Holzbau, Holzbau Schweiz, Schweizer Meisterschaft, Swiss Skills, ZimmermannAm Salon Bois in Bulle haben die zwölf besten jungen Zimmerleute ihre Schweizer Meisterschaft ausgetragen. Gold gewinnt Stefan Oppliger (Goldiwil), Silber sichert sich Alexis Morier (Rougement) und Bronze geht an David Rosselet (La Brévine).

Alle zwei Jahre messen sich die fähigsten jungen Berufsleute aus dem Holzbau an einer Schweizer Meisterschaft. Teilnehmen darf, wer jünger ist als 20 Jahre und in den regionalen Vorausscheidungen die Qualifikation schafft.
Vom Papier zum Holz
Nachdem diese Vorwettkämpfe ausschliesslich mit Zeichnungen auf Papier ausgetragen worden waren, ging es an der Schweizer Meisterschaft am Salon Bois mit Holzbalken richtig zur Sache. Innerhalb von 21,5 Stunden mussten die zwölf Teilnehmer zwei Dachelemente errichten. Neben den eigentlichen Konstruktionen hatten es insbesondere auch die Verbindungen der einzelnen Balken in sich.
Objektive und subjektive Bewertung
Die Verbindungen wurden von der vierköpfigen Jury (alles ehemalige WM-Teilnehmer) ebenso bewertet wie die Masse, die Zeichnung, das Anreissen und die Schnitte. Im Gegensatz zu anderen Berufen zählt bei den Zimmerleuten bewusst auch der subjektive Eindruck. Und dies sogar zu einem Drittel. Insgesamt waren 100 Punkte zu holen. Wer einen Fehler machte und mit der Säge zu einem Nachschnitt ansetzen musste, verlor pro Schnitt 1,25 Punkte. Wer sogar einen einzelnen Balken komplett ersetzen wollte, hatte dies mit einem Abzug von 2,5 Punkten zu bezahlen. «Die Kandidaten müssen während des Wettkampfs gut abwägen, ob sich diese beiden Investitionen für sie lohnen», erklärte der Experte Adrian Wenger. «Denn am Schluss entscheiden oft einzelne Punkte darüber, wer eine Medaille gewinnt. Was hingegen für alle Kandidaten klar ist: Wer mit den beiden Aufgaben innerhalb der verfügbaren Zeit nicht fertig wird, hat keine Chance auf einen Podestplatz.»
Vier schaffen die 80-Punkte-Marke
Mit 89,79 Punkten wurde Stefan Oppliger aus Goldiwil Schweizer Meister der Zimmerleute. Auf dem zweiten Platz landete Alexis Morier (88,72 Punkte) aus Rougement, Dritter wurde David Rosselet aus La Brévine (84,43 Punkte). Die hohe Marke von 80 Punkten erreichte auch der Winterthurer Marco Böni. Seine 83,62 Punkte reichten zu Platz vier. Anders als im Spitzensport ging er damit jedoch nicht leer aus. Als Viertplatzierter darf auch er an der Europameisterschaft 2012 in Belgien mit dabei sein. Und wer an den EuroSkills am besten abschneidet, wird an den World Skills 2013 in Leipzig für die Schweiz an den Start gehen. Dort zählen neben den Schweizern insbesondere die Kandidaten aus Frankreich, Südkorea, Japan und Deutschland jeweils zum engsten Favoritenkreis der Zimmerleute.
Rangliste
1. Stefan Oppliger, Santschi Holzbau, Uetendorf
2. Alexis Morier, Colin Karlen Sarl, Chateau-d’Oex
3. David Rosselet, Schneiter Charpente, La Brévine
4. Marco Böni, Baltensberger AG, Seuzach
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