Wie es der Familienname verspricht

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Wenn Albert Vitali auf seine bisherigen nebenamtlichen Tätigkeiten zurückblickt, fragt er sich manchmal, wie das alles möglich war.

Der 54-jährige Treuhänder war 20 Jahre lang Sozialvorsteher im Gemeinderat von Oberkirch, sitzt für die FDP seit 14 Jahren im Luzerner Kantonsrat und leitet ihre Fraktion, ist Stiftungsrat der Stiftung für Schwerstbehinderte Luzern und in der Aufsichtskommission der Strafanstalt Wauwilermoos. Zudem hat er schon bei der Organisation zahlreicher Schwing- und Jodlerfeste mitgeholfen. Meistens in leitender Funktion. Zum Beispiel beim Eidgenössischen Schwingfest 2004 oder dem Eidgenössischen Jodlerfest 2008. Beide in Luzern und beide äusserst erfolgreich.

Irgendwie ging es jedoch immer: «Wenn mir eine Sache wichtig scheint, setze ich mich auch dafür ein und will etwas bewegen. Gleichzeitig ist mir bewusst, dass dieses Engagement nur möglich ist, weil meine Frau sowie meine drei Söhne dahinterstehen und mir Rückhalt geben.»

Weder seine politischen Funktionen noch seine Verpflichtungen bei den Schwingern und Jodlern hat er jemals gesucht: «Ich habe mich nie für eine Aufgabe aufgedrängt, sie wurden jeweils an mich herangetragen.» Wohl nicht nur, weil er selber aktiver Schwinger war und seit 35 Jahren im Jodlerchörli Heimelig Oberkirch vorjodelt, sondern auch wegen seiner ehrlichen, direkten und bodenständigen Art.

Die mehrfachen Wiederwahlen auf kommunaler und kantonaler Ebene mit Glanzresultaten führt er auf die Nähe zu seinen Wählerinnen und Wähler zurück: «Ich habe mich trotz den öffentlichen Funktionen nicht verändert. Die Leute können mit ihren Anliegen jederzeit auf mich zukommen. Ich denke, sie schätzen das.»

Auch wenn er schon vor 30 Jahren die Werkstatt gegen ein Büro getauscht hat, möchte er seine Ausbildung zum Schreiner nicht missen: «Ich bin froh, dass ich diesen handwerklichen Beruf gelernt habe. Noch heute mache ich in unserem Haus und rund herum viel selber. Der berufliche Wechsel geschah nicht aus Frust, sondern aufgrund einer zufälligen Gelegenheit.» Vor zwei Jahren wagte er schliesslich den Schritt in die unternehmerische Unabhängigkeit und gründete ein eigenes Treuhandbüro: «Gerne gestalte ich meinen Arbeitstag selber und halte ich auch die Verantwortung für mich und meine Familie in meinen eigenen Händen.»

Albert Vitali ist überzeugt, dass die eine Sache stets die nächste ergibt. Er will deshalb noch nicht beurteilen, ob er nach 2007, als er die Wahl in den Nationalrat knapp verpasst hat, nochmals kandidieren wird. «Bis 2011 passiert ja noch derart viel, dass sich sowas nicht steuern lässt.» Auch wenn ihn das Amt durchaus reizen würde: «Ich denke, ich könnte meine Erfahrung aus der Gemeinde und dem Kanton gut auch auf nationaler Ebene einbringen. Zum Beispiel für die Entlastung von kleinen und mittleren Unternehmen oder in der Steuer- und Finanzpolitik, wo unser Staat noch lernen muss, mit denjenigen Ressourcen umzugehen, die ihm tatsächlich zur Verfügung stehen.» Selbst wenn sich die Zukunft nicht vorbestimmen lässt, ist eines sonnenklar: Sollte Albert Vitali das Amt annehmen, wird er sich mit grosser Tatkraft für seine freisinnigen Ideen einsetzen. Ganz so, wie es sein Familienname verspricht.

Quelle: Dieser Artikel ist ursprünglich in der Schreinerzeitung erschienen.

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