Die jungen Meisterinnen und Meister der Rhetorik sind gekürt
30.05.2009 | Medienmitteilung | Aargau, Bern, Campus Muristalden, Jugend, Jugend debattiert, Kriens, Luzern, Politik, Rohr, Sprache, St. Gallen, Stiftung Dialog, UznachMit ihrer eindrücklichen Überzeugungskunst haben sich heute Julia Thalmann aus Kriens (Luzern) und Menga Keller aus Rohr (Aargau) im nationalen Final von Jugend debattiert am Campus Muristalden in Bern gegen ihre Konkurrenz durchgesetzt. Sie gewinnen die Meistertitel für die deutschsprachige Schweiz. Die Publikumspreise gehen an Patrice Robin aus Uznach (St. Gallen) sowie ebenfalls an Julia Thalmann.

Die Frage war nicht leicht: Soll für Jugendliche bis 16 Jahre eine Ausgangssperre ab 22 Uhr eingeführt werden? Doch die 14-jährige Julia Thalmann aus Kriens hat in der Finalrunde der besten vier die richtigen Argumente gefunden und in der vorgegebenen Rolle als Gegnerin die Jury unter der Leitung von Christian Hachen, Kursleiter Jugend debattiert, am meisten überzeugt: «Julia brillierte mit ihrer Wortgewandheit, Lebhaftigkeit und Schlagfertigkeit.» Deshalb gewinnt sie den Schweizer Meistertitel der deutschsprachigen Schweiz in der Kategorie 1 (Jahrgänge 1993 bis 1996).
Auch der Rohrerin Menga Keller ist eine hervorragende Debatte gelungen. Sie musste sich für eine freiwillige Anpassung von Nachnamen für Ausländerinnen und Ausländer bei der Einbürgerung aussprechen. Mit ihrer ausdrucksstarken Rede überzeugte sie die Jury und sicherte sie sich in der Kategorie 2 (Jahrgänge 1989 bis 1992) den ersten Rang. Die Publikumspreise gehen an Patrice Robin aus Uznach (St. Gallen) sowie an Julia Thalmann.
Bei der Preisübergabe zeigte sich Beat W. Zemp, Jurymitglied und Präsident Dachverband Schweizer Lehrerinnen und Lehrer, sehr erfreut über die engagierten Wortgefechte der Jugendlichen: «Ich bin beeindruckt von den Leistungen der Jugendlichen. Mit ihrer Ausdrucksfähigkeit und Körpersprache haben sie eine Überzeugungskraft entwickelt, mit der sie innert kürzester Zeit andere für sich gewinnen konnten – und dies obwohl sie erst eine halbe Stunde vor der Debatte wussten, ob sie sich für oder gegen den vorgegeben Sachverhalt aussprechen mussten.»
Insgesamt haben 56 junge Leute im Alter von 13 bis 20 Jahren aus der Deutschschweiz, der Suisse Romande und dem Tessin am ersten offiziellen Schweizer Final am Campus Muristalden in Bern teilgenommen. Sie hatten sich im Vorfeld an fünfzehn regionalen Ausscheidungen für die Endrunde qualifiziert. Mit diesem Debattierwettbewerb will die Stiftung Dialog die politische Bildung in der Schweiz auf eine spielerische und praxisnahe Weise fördern.
Kontakt für Medienschaffende
Anita Kupper, Medienbeauftragte, +41 79 530 69 79, anitakupper@hotmail.com
Rangliste Deutschschweiz
Kategorie 1 (1993 – 1996) Kategorie 2 (1989 – 1992)
1. Julia Thalmann, Kriens (LU) 1. Menga Keller, Rohr (AG)
2. Lukas Bock, Arlesheim (BL) 2. Julia Meier, Ruswil (LU)
3. Daniele Catarci, Baar (ZG) 3. Filip Winzap, Münchenstein (BL)
4. Oskar Arnold, Unterägeri (ZG) 3. Patrice Robin, Uznach (SG)
PUBLIKUMSPREIS
Kategorie 1 (1993 – 1996) Kategorie 2 (1989 – 1992)
1. Julia Thalmann, Kriens (LU) 1. Patrice Robin, Uznach (SG)
Wettbewerbsmodus
An jeder Debatte nehmen vier Jugendliche teil, wobei jeweils zwei eine befürwortende und zwei eine ablehnende Position einnehmen. In der Eröffnungsrunde hat jede Person zwei Minuten Zeit, ihren Standpunkt darzulegen. Anschliessend findet während zwölf Minuten ein freier Wortwechsel ohne Gesprächsleitung statt, bevor in der Schlussrunde alle vier Teilnehmenden je eine Minute lang auf die Debatte zurückschauen und ihre Position noch einmal unterstreichen können. Was den Wettbewerb besonders spannend macht: In die Debatte dürfen keinerlei Notizen mitgenommen werden. Und erst 30 Minuten vor der Debatte entscheidet sich, wer sich für oder gegen ein Thema auszusprechen hat.
Jugend debattiert
Der Wettbewerb Jugend debattiert ist ein nationales Projekt der Stiftung Dialog. Die Idee: Möglichst viele Jugendliche in der Schweiz sollen das Debattieren lernen und Spass am spielerischen Meinungsaustausch bekommen. Denn ohne gute Debatten gibt es keine gute und demokratische Politik. Jugendliche werden ermuntert, ihre erworbenen Fähigkeiten zuerst in einem regionalen Wettbewerb und anschliessend im nationalen Final unter Beweis zu stellen. Als Lernhilfe stehen Materialien für Schülerinnen und Schüler sowie ein Begleitheft für Lehrpersonen zur Verfügung. Alle Unterlagen sind in deutscher, französischer und italienischer Sprache erhältlich. Zusätzlich werden Einführungskurse für Lehrpersonen sowie betriebsinterne Workshops mit Lehrlingen angeboten. Unterstützt wird das Projekt von der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK), dem Bund, zahlreichen Kantonen, der Jubiläumsstiftung der Credit Suisse Group, der Ernst Göhner Stiftung, der Sophie und Karl Binding Stiftung sowie dem Dachverband Lehrerinnen und Lehrer Schweiz (LCH). Schirmherrin von Jugend debattiert ist Isabelle Chassot, EDK-Präsidentin und Freiburger Staatsrätin.
www.jugenddebattiert.ch
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