Martin Maurer und Luzio Egli werden Schweizermeister der Schreiner

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An der Schweizermeisterschaft in Lugano sorgt der Aargauer Martin Maurer für eine Überraschung. Er gewinnt unerwartet den Schweizermeistertitel der Möbelschreiner. Der Favorit Luzio Egli siegt in der Kategorie der Massivholzschreiner. Die beiden erfolgreichen Handwerker werden die Schweiz im September an den Berufsweltmeisterschaften World Skills in Calgary vertreten.

Der 22-jährige Aargauer hat es jedoch geschafft, sich im letzten und entscheidenden Wettkampf vom 4. bis 8. März in Lugano derart zu steigern, dass er in der Kategorie der Möbelschreiner sämtliche Konkurrenten überholte. Der frische Schweizermeister konnte sein Glück an der Rangverkündigung gar noch nicht recht wahrhaben: «Ich hätte nie geglaubt, dass es mir für den Sieg reicht. Eher rechnete ich mit einem der hinteren Ränge. Als ich während des Wettkampfs die Arbeiten der anderen Kandidaten sah, dachte ich nämlich, die seien viel weiter und hätten die einzelnen Holzverbindungen genauer hingekriegt als ich.» Doch dem war nicht so. Das Möbelstück von Martin Maurer hat die Jury am meisten überzeugt. Damit hat er sich das grösste Geschenk zu seinem 22. Geburtstag (7. März 1987) gleich selber gemacht. Die Zeit bis zu den Berufsweltmeisterschaften World Skills 2009, die vom 1. bis 6. September in der kanadischen Stadt Calgary stattfinden, wird für ihn sehr streng. Denn er muss heute Montag in die Rekrutenschule einrücken und die ausstehenden Trainingseinheiten mit internationalen Experten sowie seine eigenen Vorbereitungen ausserhalb seines Militärdiensts arrangieren.

Favoritensieg bei den Massivholzschreinern
Keine Überraschung gab es in der Kategorie der Massivholzschreiner. Luzio Egli aus Jonschwil sicherte sich das zweite Ticket für die World Skills 2009 souverän. Er hatte bereits drei der vier Vorwettkämpfe gewonnen und landete an der Schweizermeisterschaft sogar in der Kategorie der Möbelschreiner auf Platz zwei. Der 20-jährige Sanktgaller ist jedoch froh, dass er als Massivholzschreiner in Calgary starten kann: «Mir liegen die Aufgaben mit gröberen Holzteilen besser als die Arbeiten eines Möbelschreiners. Da rechne ich mir auch auf internationaler Ebene grössere Chancen aus.» Zwar durfte Luzio Egli aufgrund seiner bemerkenswerten bisherigen Leistung berechtigterweise darauf hoffen, sich für die Berufsweltmeisterschaften zu qualifizieren, sicher konnte er sich aber nicht sein. Einerseits weil die Vorwettkämpfe für die Gesamtwertung lediglich 20 Prozent zählten, andererseits weil er an der Schweizermeisterschaft gesundheitlich angeschlagen war: «Ich hatte während der letzten Tage stets zwischen 38 und 39 Grad Fieber und fühlte mich nicht gut.»

Sensationelles Niveau
Welchen Wert diese Leistungen haben, erklärt Patrick Bregenzer, der an Berufsweltmeisterschaften schon mehrmals als Experte tätig gewesen ist: «Die gesamte Schreinernationalmannschaft bewegt sich auf einem sensationellen Niveau. Dennoch ist für Martin Maurer und Luzio Egli zusätzliches Training angesagt, weil auch die anderen Länder in den letzten Jahren grosse Fortschritte erzielt haben.»

Die Siegerehrung in den Ausstellungshallen der Lugano Expo verfolgten auch die Nationalratspräsidentin Chiara Simoneschi-Cortesi aus Lugano, der Tessiner Bildungsdirektor Gabriele Gendotti sowie Ruedi Lustenberger, Luzerner Nationalrat und Zentralpräsident des Verbands Schweizer Schreinermeister und Möbelfabrikanten (VSSM). Sie wiesen in ihren Reden auf den Teamgeist innerhalb der Nationalmannschaft, den Wert des dualen Bildungssystems unseres Landes sowie auf die Vorbildfunktion hin, die die engagierten jungen Schreiner für andere Jugendlichen in der Schweiz haben.

Rangliste Möbelschreiner
1. Martin Maurer, Unterkulm
2. Luzio Egli, Jonschwil
3. Felix Brühwiler, Sonnental
4. Alain Dupasquier, La Tour-de-Trême
5. Ruedi Breitenmoser, Wolfertswil
6. Benjamin Baechler, Onnens
7. Raphaël Habegger, Moutier
8. Andreas Bader, Mümliswil
9. Pascal Rimann, Oberrohrdorf

Rangliste Massivholzschreiner
1. Luzio Egli, Jonschwil
2. Andreas Bader, Mümliswil
3. Felix Brühwiler, Sonnental
4. Martin Maurer, Unterkulm
5. Alain Dupasquier, La Tour-de-Trême
6. Benjamin Baechler, Onnens
7. Ruedi Breitenmoser, Wolfertswil
8. Raphaël Habegger, Moutier
9. Pascal Rimann, Oberrohrdorf

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Schweizer Schreiner an den Berufsweltmeisterschaften World Skills 2009
In 176 Tagen (am 1. September 2009) beginnen in der ehemaligen Olympiastadt Calgary die 40. Berufsweltmeisterschaften World Skills, wo insgesamt 37 junge Berufsleute für die Schweiz um Medaillen kämpfen werden. Aufgrund ihrer aufwändigen Selektion gehören die Schreiner zu den letzten Berufen, die ihre Teilnehmenden für die World Skills nominieren. 850 junge Schreinerinnen und Schreiner haben bei der Ausscheidung mitgemacht. Die besten neun Kandidaten bildeten die Schreinernationalmannschaft. In diesem Team absolvierten sie seit Herbst 2008 vier Vorwettkämpfe und in Lugano nun die Schweizermeisterschaften. Es war das erste Mal in der Geschichte der Schweizer Berufsbildung, dass im Tessin der Final einer nationalen Berufsmeisterschaft ausgetragen wurde. Im Gegensatz zu anderen Berufsgattungen können die Schreiner gleich in zwei Disziplinen an den World Skills teilnehmen: als Möbelschreiner und als Massivholzschreiner. Alle neun Mitglieder der Schreinernationalmannschaft absolvierten an der Schweizermeisterschaft die Aufgaben beider Berufe. Erst die Endauswertung entschied darüber, wer an den Berufsweltmeisterschaften in welcher der beiden Schreinerdisziplinen starten wird.

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